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grenzenlos ist nicht |
| Stand: 03.01.2010 |
Kindermusicals: Presse, Fotos, Programm:
RITTER ROST
MAHLZEIT!
DIE BREMER STADTMUSIKANTEN
RITTER ROST UND DIE HEXE VERSTEXE
Foto: Hier ist Ritter Rost
(Lisa Dicke) noch im
"Originalzustand". Bald aber
verwandelt ihn die Hexe
Verstexe in einen Frosch.

Viele liebevolle Details
Gelungene Aufführung des Musicals "Ritter Rost und die Hexe Verstexe". Ein ferngesteuerter Hai, drei Chinesen mit dem Kontrabass und Schnappi
Von Björn Althoff
LÜDENSCHEID · Die Matrosen wollen den Drachen Koks überlisten, ihn an die Hexe Verstexe verkaufen. Nur einer nicht. Er flüstert ihm zu: "Verrat’s nicht den anderen, aber ich bin bei Greenpeace."
Die tiefe Stimme des großen Hais erklingt, die Zuschauer sehen ihn nicht. Aber dann kommt eine Flosse auf die Bühne gefahren, die auf ein ferngesteuertes Spielzeug-Auto montiert ist.
Der Chor "Rostige Kehlen" singt "Drei Chinesen mit dem Kontrabass". Einer der Kinder mit dem Kulihut hält den Papp-Bass. Zwei schreiten vor den anderen auf und ab. In der dritten Zeile treten drei Jungen in Polizei-Hemden nach vorne - passend zu "Ja, was soll denn das."
Das sind nur drei Beispiele, die belegen, was das Musical "Ritter Rost und die Hexe Verstexe" durchgehend interessant hielten: Es waren die vielen kleinen, liebevollen Details - im Text, im Bühnenbild, an den Kostümen, in den Liedern, im Ablauf. Dafür gab es gestern Nachmittag im nahezu ausverkauften Kulturhaus viele Lacher und vor allem viel Applaus, gerechtfertigten Applaus.
Denn was das Team der Musikschule "grenzenlos" gezaubert hatte, war über die volle Länge abwechslungsreich. Die Instrumentierung reichte von Blockflöten, Geigen, einem Akkordeon und dem Klavier über Saxophon und Klarinette bis hin zu E-Gitarre, Keyboard und Schlagzeug. Da gab es den Reggae vom "armen kleinen Drachen", das traditionell bis mittelalterlich klingende "Quak quak quak", das Lied der Spieluhr zu Glockenspiel-Klängen oder das jazzige Duett von Drache und Hai. Den ganz großen Applaus bekam bei diesem Musical "die Böse": Julia Schmidt verkörperte die Hexe Verstexe gekonnt schrill, launisch und rock röhrig. Und auch das Krokodil Schnappi hatte es - als kurzer Traum vom Drachen Koks - ins Musical geschafft. Enisa Niemiec sang den Erfolgssong und sorgte dafür, dass die Publikums-Hände abermals lange klatschten.
Zwischen alledem huschte Regisseurin Astrid Schlötermann über die Bühne, durch die Kulissen, immer bemüht, alle anzufeuern und möglichst unerkannt zu bleiben. Es gab viel zu tun, vor allem Viele zu koordinieren: 14 Mädchen und Jungen, die in Einzel-Rollen auf die Bühne mussten, jeweils knapp ein Dutzend Räuber und Matrosen, die Knirpsmusiker von "grenzenlos" sowie aus den Kindergärten Haus der Jugend, Unterm Himmelszelt, Wiesmannstraße und Lenneteich. Im Orchestergraben saßen 29 junge Musiker, auf der Seite links vom Publikum wechselten sich die Brass-Band, die Schulband "Eisenhart" und die Lehrer-Band ab. Bei so vielen auch jungen Mitwirkenden strotzte das Stück nur so vor Szenen und "knuffigen" Details - vom Bühnenbild, um das sich Kerstin Röcher gekümmert hatte, über die Kostüme von Andrea Ludwig und Claudia von Oczkowski bis hin zur Choreographie zum "Besentanz", die Susanne Langmann-Eyer mit den Kindern eingeübt hatte und so vielem, vielem mehr.
[24.06.2005]
