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grenzenlos ist nicht |
| Stand: 03.01.2010 |



Ritter Rostpresse
Lüdenscheider Nachrichten, 10.6.00
Das darf nicht das letzte Mal gewesen sein
Blumen für den Drachen, Applaus für die Grenzenlos-Ensembles.
"Ritter Rost" präsentierte sich randvoll mit Spielwitz und Talenten
(LN, 10.6.00)
LÜDENSCHEID. Natürlich gab es zwei oder drei Töne, die da nicht hin gehörten. Natürlich war die Aufregung am Anfang einen Hauch größer als die Textsicherheit. Aber was die Kinder und Jugendlichen der Musikschule "grenzenlos" am Donnerstag im Kulturhaus zeigten, war so randvoll mit Begeisterung, mit Spaß am Spiel und auch Talent, dass es einfach nicht wahr sein darf, dass dies die einzige Aufführung von "Ritter Rost" gewesen sein soll. Viele werden Bernd Schlötermann, den Leiter der Schule, in den vergangenen Wochen halb mitleidig, halb misstrauisch beäugt haben. Ein ganzes Musical für die große Bühne im Kulturhaus? Mit Musikschulkindern? Übertreibt er jetzt nicht ein bisschen?
Nein, hat er nicht. Die Aufführung war so satt und vielfältig, so witzig und liebevoll, dass den zahlreichen Zuschauern nur eins blieb: klatschen, klatschen, klatschen. Oder wie eine sichtlich gerührte Großmutter Blumen auf die Bühne zu bringen. Bestimmt waren diese für den kleinen Drachen Johanna Giraud, die sich nicht zuletzt durch ihren Schimpfwortsong in die Herzen der Zuschauer sang. Doch eigentlich ist es unfair, einzelne Darsteller in den Vordergrund zu stellen. Sie waren einfach alle überzeugend. Carolina Geck als rappeliger Ritter, ein bezauberndes und keckes Burgfräulein Tabea Esser und ein Hut (Stephanie Auth), der nicht nur sprechen, sondern auch hervorragend singen konnte. Da waren ein Vampir (Marko Nagl), ein Bauchredner (Shirin Dunkel),
ein Werwolf (Lisa-Marie Beermann), eine Kaffeekanne (Jan-Frederik Schulte) und der Zirkusdirektor Nils Melchert. Sie alle hatten nicht nur Rollen mit Pfiff, sondern auch Kostüme, die jedem Profi-Theater zur Ehre gereichen. Und dieser Sinn fürs Detail zeigte sich auch im Bühnenbild. Allein die Ahnengalerie war einen langen Blick wert. Die integrative Schule zeichnet sich besonders durch ihre Bandbreite aus. Und Bernd Schlötermann hat es geschafft, diese Bandbreite zu vereinen.
Die Blockflöten passten genauso zu der Musik wie die E-Gitarren. Auch das Keyboard und der Kinderchor verstanden sich gut. Und so spannte sich der Bogen von beeindruckenden Solisten bis zu dem Geisterchor der Vorschulkinder aus sechs Kindergärten, von rockigen Klängen bis zu leisen Tönen. Zu diesen gehörte auch das Summen der Objektive. Klar, dass viele Eltern diesen Auftritt für die Ewigkeit fest hielten.
Mit Hilfe von "seinen" Lehrern Thomas Klecha und Mirko Solispahic, durch die Unterstützung von Claudia Bach und Astrid Schlötermann und mit dem Engagemant der Regisseuin Friederike von Cossel hat Bernd Schlötermann sein erstes Kind, den "Ritter Rost" auf die Bühne gebracht. Jetzt kann das nächste Kind kommen. bis zurück
