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grenzenlos ist nicht |
| Stand: 03.01.2010 |
Ritter Rostpresse
Westfälische Rundschau, 10.6.00
Ritter Rost: Pfiffige Songs aus dem Fabelwesenwald
Westfälische Rundschau v. 10.6.00
Lüdenscheid. "Tief im Fabelwesenwald, dort, wo der Wald am finstersten ist...", steht die Burg des Ritters Rost. Prächtig sieht sie aus, ganz aus Eisen, Stahl und Zinn erbaut. Es glitzert und blinkt, wohin man auch schaut. Bäume erwachen zum Leben. Gespenster treiben ihr Unwesen. Der Märchenwald lebt und bebt, als die Geschichte beginnt.
"Spuk, Spuk, Spuk, wir kriegen nie genug!", erschallt es fröhlich im Saal. Wo seine Burg steht, ist der rostige Ritter nicht weit. Wuchtig ist sein Erscheinungsbild auf bleiernem Pferd Feuerstuhl, vor der Brust einen "Kassenpanzer" und die "Bleilocken" kunstvoll drapiert. Als "rüstiger Mann" stellt er sich vor. Zum Frühstück ein Müsli aus Reißnägeln, und es geht ihm gut. Burgfräulein Bö sieht die Sache mit anderen Augen. "Ich kann, was der Ritter kann, nur dreimal so gut", behauptet sie keck und zeigt dem Ritter, was in ihr steckt.
Während dieser ängstlich in seiner Konservendose verschwindet, tritt Bö gegen den Drachen an - und besiegt, wie sollte es anders sein, das Feuer speiende Tier. Vor prächtigem Bühnenbild lud am Donnerstagnachmittag im Kulturhaus der ängstliche "Ritter Rost" zur Reise ins Märchenland ein. Von der Lüdenscheider integrativen Schule "grenzenlos" für Musik und Kunst veranstaltet, war das Kindermusical von Jörg Hilbert und Felix Janosa ein farbenfrohes, heiteres Vergnügen, das mit eingängigen Ohrwürmern und fantasievollen Kostümen erfreute. Unter Regie von Friederike von Cossel (Arrangement: Thomas Klecha / Korrepetition: Barbara Decker) erfreute quirliges Märchengeschehen, das den rostigen Ritter auf seiner Burg in amüsante Dialoge mit Burgfräulein Bö verwickelte und im Zirkus die Fabelwesen miteinander wetteifern ließ.
Pech nur, dass der kleine Drache dabei über die Stränge schlug und mit seinem Feuerstrahl das ganze Zirkuszelt versengte. Neben den pfiffigen Songs, Tanz und eingängiger Musik - sämtliche Gruppen von "grenzenos" waren in das Projekt eingebunden -, nahm vor allem die Ausstattung für die Inszenierung ein. Tolle Kostüme - Ritter, Drache, Bauchredner, Vampir, der sprechende Hut und Roboter Kaffeekanne waren prächtig ausstaffiert - beherrschten das Bild. Aufwändige Requisiten wie die riesige Konservendose oder Ritter Rosts Burg, sämtlich in Eigenleistung erstellt, zeugten von einer liebevollen Hand.
Feuerdesaster und Silberpapier-Regen im Zirkus, zauberhaft schön durch Licht in Szene gesetzt, ließen Spielwitz und Fantasie erkennen. Souverän meisterten die Solisten, allen voran Ritter Rost (Carolina Geck), Burgfräulein Bö (Tabea Esser) und Koks, der Drache (Johanna Giraud), ihren Part. Stefanie Auth, Marko Nagl, Shirin Dunkel, Lisa-Marie Beermann, Jan-Frederik Schulte und Nils Melchert stimmten in weiteren Rollen in das fröhliche Treiben ein. Vorschulkinder aus dem DRK-Kindergarten Stüttinghausen, aus den Kindergärten Bierbaum, Johannes-Falk, Wichern, Matthias-Claudius und Lenneteich waren mit von der Partie. Für weitere musikalische Akzente sorgten Cover-Bands unter Leitung von Mirko Salispahic und Thomas Klecha, das klassische Ensemble, der Kinderchor und die Knirpsmusiker von "grenzenlos" mit Alfia Möllmann, Claudia Bach und Astrid Schlötermann als Verantwortlichen. Als Sprecher führte Bernd Schlötermann durch das Geschehen. Von Monika Salzmann
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